Die Adolf-Reichwein-Schule in Weimar auf den Spuren von Goethe, Schiller und der NS-Zeit

Am Montag, den 27.5.24, fuhr ein ungewöhnliches Transportmittel an die Bushaltestelle Adolf-Reichwein-Schule, bei der sonst nur Stadtbusse halten: Es war ein Doppeldeckerbus, der die Schülerinnen und Schüler der drei elften Klassen des Beruflichen Gymnasiums auf den Weg zu ihrer Klassenfahrt nach Weimar mitnehmen sollte. Geplant wurde die dreitägige Exkursion, die Aufenthalte in Eisenach, Weimar und Buchenwald umfasste, von Timo Steinert und Tina Holzwarth, welche diese Reise schon mehrere Male begleiteten.

Pünktlich um 8:00 Uhr setzte sich der Reisebus dann in Bewegung, das Ziel: die Wartburg in Eisenach. Nach einer knapp zweistündigen Fahrt kamen die 58 Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren mitgereisten 6 Lehrkräften auf dem Parkplatz der Burg an, die für Luther und dessen Übersetzung der Bibel ins Deutsche bekannt ist. Dort wurden sie bei einer interessanten Führung Zeuge der gut erhaltenen Burgräume, und lauschten einem Vortrag, der ihnen die Geschichte der Burg und der Personen näherbrachte, die darin wohnten und wirkten.
Anschließend ging die Fahrt weiter zur Jugendherberge Germania in Weimar, die mit ihrer guten Lage direkt am Hauptbahnhof und in fußläufiger Entfernung zur Altstadt mit ihren historisch wichtigen Gebäuden liegt. Nach der lange erwarteten Zimmerverteilung, bei der es trotz vieler Diskussionen, wer zu wem in ein Zimmer kommen möchte, keine weiteren Probleme gab, durften die Reisenden eine kurze Auszeit genießen, die manche von ihnen für eine Shopping-Tour, andere für den Besuch einer Wirtschaft und wieder andere für einen erholsamen Mittagsschlaf nutzten.
Am Abend des ersten Tages erwartete sie dann eine Stadtführung, die in zwei Gruppen durchgeführt wurde. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler einiges über die Geschichte der Stadt Weimar, die im Laufe der Zeit oft im Mittelpunkt politischer und kultureller Ereignisse stand. Um den Abend ausklingen zu lassen, gab es für jede Gruppe eine Finanzspritze vom Förderverein der Schule, die sofort zum Kauf von Familienpizzen genutzt wurde. Nach diesem ereignisreichen Tag begaben sich die erschöpften Jugendlichen auf ihre Zimmer und die Nachtruhe begann.
Der zweite Tag startete mit dem Frühstück, welches aufgrund der vielen Fahrtteilnehmer in zwei Schichten eingenommen wurde. Danach besuchte man im Klassenverband abwechselnd das Goethehaus, das Goethe-Museum und das Schillerhaus. Dabei lernten die Jugendlichen einiges über diese prägenden Figuren der deutschen Literaturgeschichte.
Gekrönt wurde dieser Tag jedoch von einem anderen Ereignis am Abend: Die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums, an dem sie das Abitur erwerben, bekamen dann nämlich Gesellschaft von den ebenfalls am Montag angereisten Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule, die die Fachhochschulreife erhalten möchten. Diese Gruppe ist das erste Mal bei der schon seit mehreren Jahren an der Schule angebotenen Fahrt dabei. Dass fächerübergreifende Klassenfahrten wie in diesem Fall mit Deutsch und Politik angeboten werden, ist keine Seltenheit. Eine Besonderheit bildet hier aber, dass nicht nur eine fächerübergreifende, sondern auch eine schulformübergreifende Fahrt angeboten wird, da mehrere Zweige unserer breit aufgestellten beruflichen Schule gleichzeitig unterwegs sind. Das besuchte Stück „John Lennon – Across the universe“ sorgte mit seiner Mischung aus Live-Musik, dem Vortrag verschiedener Lyrik und einigen komödiantischen Auftritten für Freude bei den Zuschauern.
Am letzten Tag stand die Fahrt zur Gedenkstätte Buchenwald an, die nur wenige Minuten mit dem Bus entfernt liegt. Nachdem die Koffer gepackt und die Zimmer aufgeräumt wurden, betrat man dann gegen 9:30 Uhr das Gelände der Gedenkstätte. Passend zum bedrückenden Anlass des Besuchs war der Himmel bedeckt und ein leichter Nieselregen fiel auf die Besucher nieder. An den vorherigen Tagen konnte man sich noch an angenehmen Temperaturen und Sonnenschein erfreuen.
Auch hier wurde die Gruppe in zwei geteilt: Die eine Hälfte startete mit der Besichtigung der Ausstellung, die andere folgte der Führung des Organisators, der aufgrund seiner vielen Besuche des Ortes umfangreiche Kenntnisse der Geschichte des KZs angesammelt hat und diese nun an die Schülerinnen und Schüler vermitteln kann. Erschöpft und müde wegen der langen Ausflüge und der eher weniger komfortablen Betten der Jugendherberge freuten sich alle auf ihr Zuhause, und so setzte sich der Bus gegen 14:30 Uhr in Richtung Marburg in Bewegung und markierte so das Ende einer lehrreichen und spannenden Klassenfahrt.